Testbericht: Jabra Evolve2 85
Das Jabra Evolve2 85 ist ein anderes Tier als die Consumer-Kopfhörer im Testfeld. Es wurde nicht primär für Musikgenuss oder Reise entwickelt, sondern für professionelle Kommunikation im Homeoffice und Business-Umfeld — und in dieser Disziplin ist es konkurrenzlos.
ANC: Stark, mit Business-Fokus
Das ANC des Evolve2 85 nutzt 10 Mikrofone — 8 davon ausschließlich für die Geräuschunterdrückung, 2 für Gesprächsmikrofon-Aufgaben. Im Praxistest unterdrückt es Bürolärm, Tastaturgeräusche und Hintergrundgespräche sehr effektiv. Der Fokus liegt dabei weniger auf musikgenussoptimierter Stille als auf der Unterdrückung von Geräuschen, die Videoanrufe stören: Kinderrufe, Haushaltslärm, Klimaanlagen. Für diesen Anwendungsfall ist es das beste Modell im Testfeld.
Mikrofon und Anrufqualität: Klare Spitzenleistung
Hier liegt der eigentliche Mehrwert des Evolve2 85. Die beiden dedizierten Gesprächsmikrofone liefern im Mikrofon-Test die verständlichste, klarste Stimme aller getesteten Kopfhörer. Hintergrundgeräusche auf der eigenen Seite werden zuverlässig herausgefiltert. Das integrierte Busylight — eine rote LED-Anzeige an der Außenseite der Ohrmuschel — signalisiert Mitbewohnern oder Kollegen sichtbar, dass ein Gespräch läuft.
UC-Zertifizierung und Konnektivität
Das Evolve2 85 ist offiziell für Microsoft Teams und Zoom zertifiziert. Der mitgelieferte USB-Dongle (UC-Link) stellt eine stabile, latenzarme Verbindung zum Laptop sicher — zuverlässiger als Standard-Bluetooth in schlecht ausgestatteten Bürogebäuden. Über Multipoint lassen sich gleichzeitig Smartphone und Laptop verbinden.
Akku und Komfort
37 Stunden Akkulaufzeit sind mehr als ausreichend für intensive Arbeitstage. Das Gewicht von 341 g liegt über dem Consumer-Durchschnitt, verteilt sich durch den gut gepolsterten Bügel aber angenehm. Nach 4–5 Stunden sind leichte Ermüdungserscheinungen möglich.
Fazit
Für 299 € ist das Jabra Evolve2 85 die klare Empfehlung für alle, deren Alltag aus Videoanrufen besteht. Wer hauptsächlich Musik hört und reist, greift besser zum Sony XM5 oder Bose QC45.