Testbericht: Eleglide M1 Plus E-MTB
Der Einstieg in die Welt der E-Mountainbikes beginnt bei namhaften Herstellern oft bei 1.500 € aufwärts. Das Eleglide M1 Plus zeigt, dass ein funktionsfähiges E-MTB mit Federgabel und MTB-Bereifung auch unter 700 € möglich ist — mit Abstrichen, die man kennen sollte.
Federgabel: Der Unterschied auf dem Trail
Das wichtigste Merkmal des M1 Plus gegenüber reinen City-E-Bikes ist die Federgabel mit ca. 60 mm Federweg. Im Praxistest auf Waldwegen und Schotterpisten:
- Wurzeln und kleine Steine: Werden komfortabel absorbiert, Lenker bleibt ruhig
- Schlaglöcher auf Asphalt: Deutlich angenehmer als ungefederte Modelle
- Handgelenke und Schultern: Weniger Stoßbelastung auf langen Offroad-Etappen
Die Federgabel hat keinen Lockout — auf langen Asphalt-Abschnitten wippt sie leicht mit, was etwas Energie kostet. Für ein E-Bike mit Motor-Unterstützung ist das vernachlässigbar.
27,5 Zoll MTB-Bereifung: Grip auf jedem Untergrund
Die 27,5 × 2,1 Zoll Bereifung mit MTB-Profil bietet:
- Grip auf lockerem Untergrund: Schotter, Waldböden, feuchte Wege — deutlich besser als Slick-Bereifung von City-Rädern
- Niedrigen Rollwiderstand auf Asphalt: Die Mischbereifung funktioniert auch im Stadtverkehr akzeptabel
- Größere Reifen: 27,5 Zoll ist der Standard für Trail-E-MTBs — kein Kompromiss
Shimano 21-Gang: Für alle Steigungen
21 Gänge (3×7) sind für ein E-MTB großzügig. In der Praxis relevant für:
- Sehr steile Trails (über 15 % Steigung): Kleinstes Gang-Kombination ermöglicht Weiterkommen auch ohne volle Motorpower
- Motorausfall: Auch im Notfall noch bergauf pedalierbar
- Schnelle Abfahrten: Großer Gang für flottes Mittreten auf Gefälle
Reichweite auf dem Trail
Im MTB-Einsatz (variable Steigungen, häufige Richtungswechsel, Stufe 3–4 Unterstützung):
- Realreichweite Trail: 35–50 km — für halbe Tagestouren ausreichend
- Stadtfahrt: 50–65 km
Der 450-Wh-Akku ist im Vergleich zum Eskute Polluno Pro (696 Wh) kleiner — für ambitionierte Tagestouren über 60 km ist ein Ersatzakku sinnvoll.
Wo das M1 Plus an Grenzen stößt
Für 649 € sind Kompromisse zu erwarten:
- Mechanische Scheibenbremsen: Bei langen Bergabfahrten mit 90+ kg Systemgewicht (Fahrer + Rad) werden die Bremsen warm und Bremsleistung nimmt ab — langsames Absteigen und Kühlen lassen nötig
- Keine Hinterradfederung: Harter Rahmen — für schwere Trails ist ein Fully-E-MTB besser
- Motor an Hinterrad: Kein Mittelmotor wie bei Premium-E-MTBs (Bosch, Shimano EP8) — Traktion am Berg nicht ganz so gut
Preis-Leistung 2026
Für 649 € (UVP 899 €) ist das Eleglide M1 Plus das günstigste funktionsfähige E-MTB im Test. Wer gelegentlich Waldwege und Schotterpfade fährt und keine aggressive Trail-Nutzung plant, bekommt hier außergewöhnlichen Gegenwert.
Fazit
Bestes Budget-E-MTB: Das Eleglide M1 Plus ist für Gelegenheits-Offroader mit begrenztem Budget die erste Wahl. Für ambitioniertes Trail-Riding oder täglichen Einsatz empfiehlt sich ein Aufstieg ins mittlere Preissegment.